WEISSENHORN Kein Eintritt unter 18 am Gumpigen


Jugendliche müssen draußen bleiben. Glücklich ist die Stadt mit der verschärften Regelung für die Party am Gumpigen in Weißenhorn nicht. Es gibt aber auch Verständnis für den neuen Veranstalter Top Secret.

Die Debatte um Jugendschutz, Alkoholexzesse und Schlägereien bei der Faschingsparty am Gumpigen Donnerstag in Weißenhorn hält an. Die Stadt hat, wie berichtet, die Organisation der großen Freiluft-Fete an die Sicherheitsfirma Top Secret aus Neu-Ulm abgegeben. Der neue Veranstalter hat nun angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen weiter zu verschärfen. Das heißt: Besucher unter 18 Jahren erhalten keinen Zutritt zur Festmeile in der Altstadt.

Der neue Veranstalter geht mit der neuen Regelung über das Sicherheitskonzept der Stadt hinaus. Zur Erinnerung: Die Verwaltung hatte bereits im vergangenen November nach Beratung mit Polizei und Jugendamt einen neuen Maßnahmenkatalog vorgelegt, den der Stadtrat schließlich bewilligte. Dieses Konzept hätte Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren den Zutritt erlaubt - allerdings nur bis Mitternacht und nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Sämtliche Gäste sollten am Eingang Armbänder erhalten, die sie als Erwachsene oder Jugendliche ausgewiesen hätten.

Nun geht Top Secret also einen Schritt weiter. Narren unter 18 müssen draußen bleiben. Der Jugendschutz geht vor, sagt Top-Secret-Sprecher Marco Cusumano. "Wir wollen keinerlei Risiko eingehen." Das Security-Firma trägt mit dieser Entscheidung einer Debatte Rechnung, die seit Wochen in Weißenhorn geführt wird. Kritiker hatten Zweifel an der Umsetzbarkeit des von der Stadt vorlegten Sicherheitskonzepts geäußert. Schließlich könne niemand sicherstellen, dass Jugendlichen in dem Trubel am Gumpigen, wenn Tausende in der Altstadt feiern und der Alkohol in Strömen fließt, nicht doch hochprozentige Getränke ausgeschenkt bekommen. Deshalb forderten die Kritiker, ausschließlich Volljährigen den Zutritt zu gewähren.

Der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt ist mit der Verschärfung der Sicherheitsvorkehrung alles andere als glücklich. "Ich persönlich halte diese Entwicklung für ein Armutszeugnis", sagt der Rathauschef. Er betont jedoch: "Anders ist eine solche Veranstaltung offenbar in der heutigen Zeit nicht mehr durchzuführen." Die Entscheidung von Top Secret kann der Rathauschef nachvollziehen. Der Veranstalter habe keine andere Wahl. "Und wir gehen diesen Weg mit", sagt Fendt und erinnert an den Fall einer betrunkenen Jugendlichen aus dem vergangenen Jahr. Die 15-Jährige war bei Minustemperaturen bewusstlos aufgefunden und in eine Klinik gebracht worden. "Ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn das Mädchen erfroren wäre."

Günther Findler, Sprecher der größten Weißenhorner Faschingsvereinigung IWF, hält die Vorsichtsmaßnahmen des neuen Veranstalters derzeit für alternativlos. Immerhin müsse Top Secret dafür haften, wenn am Gumpigen gegen den Jugendschutz verstoßen wird oder Besucher zu Schaden kommen.

Wie sich die angekündigten Kontrollen auf Besucherzuspruch und Stimmung auswirken werden, vermag Bürgermeister Fendt nicht zu sagen. Der Weißenhorner Verwaltungschef hält sich bedeckt: "Wir schauen uns die Sache mal an. Dann sehen wir weiter."


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