Veranstalter zieht sich zurück: Weißenhorner Faschingsparty auf der Kippe



Steht die Faschingsparty am Gumpigen in Weißenhorn vor dem Aus? Veranstalter Top Secret will finanzielle Risiken vermeiden, knüpft ein weiteres Engagement an Bedingungen. Die Stadt reagiert skeptisch.

Tausende feiern jedes Jahr am Gumpigen Donnerstag Fasching in Weißenhorn. Damit könnte bald Schluss sein. Die Stadt will nicht länger die Verantwortung tragen für Alkoholexzesse und Schlägereien. 

Tausende feiern jedes Jahr am Gumpigen Donnerstag Fasching in Weißenhorn. Damit könnte bald Schluss sein. Die Stadt will nicht länger die Verantwortung tragen für Alkoholexzesse und Schlägereien.  
Gut möglich, dass es 2015 keine große Faschingsparty am Gumpigen Donnerstag in Weißenhorn gibt. Das ist am Rande der Stadtratssitzung am Montagabend bekannt geworden. Der Grund: Der bisherige Veranstalter, das Security-Unternehmen Top-Secret aus Neu-Ulm, will sich eigenen Angaben zufolge ein Stück weit zurückziehen und die große Sause unter freiem Himmel nicht mehr alleinverantwortlich organisieren.
Ein weiteres Engagement knüpft Top Secret an Bedingungen, wie dessen Gründer und Sprecher Marco Cusumano betont. „Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Wir wollen, dass es die Party weiter gibt, sind aber nicht mehr bereit, Minusgeschäfte zu machen“, sagt Cusumano. Vielmehr müsse die Stadt wieder als federführender Organisator auftreten und gegebenenfalls finanzielle Risiken tragen. Top Secret könne als Auftragnehmer der Stadt weiter für die Security am Partyabend zuständig sein, überdies den Weißenhornern „organisatorisch und beratend zur Seite stehen“, wie es heißt.

Bürgermeister Wolfgang Fendt ist skeptisch. Er will nicht ausschließen, dass es künftig keine Faschingsparty in der Altstadt gibt. „Der Vorschlag bedeutet, dass wir das Risiko zu 100 Prozent tragen sollen“, sagt Fendt. Der Stadt entstünden womöglich Kosten in Höhe von mindestens 10.000 Euro. Dies alles müsse gut überlegt sein. Anfang November wird sich laut Fendt der Kulturausschuss mit dem Thema „Party am Gumpigen“ beschäftigen. Sollten sich die Räte für einen Wiedereinstieg der Stadt bei der Organisation des Gumpigen aussprechen, würde das Projekt neu ausgeschrieben. Dann könnte Top Secret als eine Art Co-Veranstalter zum Zug kommen. Sollte es jedoch zu keiner Einigung kommen, ist „die Party am Gumpigen Donnerstag tot“, wie der Rathauschef sagt.

Tausende Narren feiern jedes Jahr am Gumpigen in der Weißenhorner Altstadt. Nicht immer friedlich. Schlägereien und betrunkene Jugendliche – in den vergangenen Jahren hatte die Fete für viele unschöne Schlagzeilen gesorgt, die Stadt sich nach der Fasnachtssaison 2012 als Organisator zurückgezogen. 2013 unter der erstmaligen Regie von Top Secret blieb es ruhig, am Gumpigen Anfang dieses Jahres ebenfalls. Zumindest auf der abgesperrten Partymeile. Außerhalb mussten Polizei, Rettungskräfte und Vertreter des Jugendamts etliche Male eingreifen.

Zum Konzept von Top Secret gehörten in den vergangenen beiden Jahren jeweils strenge Sicherheitsbestimmungen: Jugendliche hatten keinen Zutritt zur Faschingsparty, was wiederum heftig kritisiert wurde. Ein Teil der Faschingsparty verlagerte sich ins Eulencafé in der Schulstraße. Dort feierten vor allem viele junge Leute.


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