Jugendliche müssen draußen bleiben Private Sicherheitsfirma übernimmt den Straßenfasching in der Fuggerstadt

Weißenhorn Der Straßenfasching in Weißenhorn bleibt 2013 für alle unter 18 Jahren tabu. Die Stadt hat sich entschieden, nicht mehr selbst als Veranstalter aufzutreten, sondern den Gumpigen Donnerstag einem privaten Sicherheitsunternehmen zu überlassen. Das hat nun beschlossen: Minderjährige dürfen gar nicht mitfeiern.
Der Stadtrat hatte Anfang der Woche eine neue Verordnung für den Straßenfasching erlassen. Demnach hätten Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht mehr daran teilnehmen dürfen, 16- bis 18-Jährige allerdings bis Mitternacht – und in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Bisher war die Stadt davon ausgegangen, sagte Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt, dass dies der private Veranstalter so umsetzen würde.
ANZEIGE
Sicherheitsregelungen liegen im Ermessen des Veranstalters
Gestern war nun die Entscheidung für die Sicherheitsfirma Top Secret Industrie- und Eventschutz aus Neu-Ulm gefallen. Inhaber Marco Cusumano sagte im Gespräch mit der Neu-Ulmer Zeitung: „Wir haben die Verantwortung, für uns steht die Regelung fest.“ Es liege im Ermessen des Veranstalters und als solcher wolle er die Gefahr, dass Minderjährige doch noch zu später Stunde auf der Party sein könnten, vermeiden.
Fendt bedauerte die Entscheidung. Schon die unter 16-Jährigen auszuschließen, sei seiner Meinung nach traurig gewesen. Er habe Jugendliche nicht ganz ausschließen wollen, leider sei es aus Jugendschutz-Gründen aber nicht anders möglich. „Im Endeffekt liegt die Entscheidung beim Veranstalter, und der sollte nicht unter die Verordnung des Stadtrats gehen – aber solange er höhere Sicherheitsvorkehrungen ansetzt, trage ich sie mit.“
Glücklich ist die Stadt Weißenhorn trotzdem mit der Vergabe der Veranstaltung an das Sicherheitsunternehmen. Es sei richtig, dass jemand die Feier übernehme, der auch etwas davon verstehe. Schon in den vergangenen Jahren hat die Neu-Ulmer Firma für Sicherheit auf dem Straßenfasching gesorgt. Sie will auch 2013 ähnlich viel Personal einsetzen: Rund 80 Mitarbeiter sollen die Ordnung gewährleisten, weitere 20 stehen für die Verpflegung und zum Ablösen bereit.
Grund für die Abgabe der Veranstaltung an ein Sicherheitsunternehmen ist zum einen die Tatsache, dass die Stadt so deutlich Kosten spart. Auf der anderen Seite sei es auch eine Verantwortungssache, sagte Fendt. In diesem Jahr war die Veranstaltung, wie berichtet, in Kritik geraten, weil ein 15-jähriges Mädchen betrunken in der Kälte zusammengesackt war – sein Vater feierte selbst in der Menge. Der Stadtrat hatte daraufhin ein Konzept für einen effektiveren Jugendschutz erarbeitet.
Fendt will aber trotzdem dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen kontrolliert werden. „Eine Restverantwortung für die Stadt bleibt immer.“ Das Sicherheitskonzept der Feier müsse auf jeden Fall mit Jugendamt, Feuerwehr und Polizei abgestimmt werden.
Standgebühren und Eintrittspreise werden höher
Außer der Altersbeschränkung kommen auf Besucher und Beteiligte am Gumpigen Donnerstag weitere Änderungen zu. Standgebühren und Eintrittspreise sollen steigen – wie genau, wollte Cusumano nicht verraten, zunächst würden Gespräche mit den Standbetreibern geführt.
Die Karten soll es im Vorverkauf in Unternehmen in Weißenhorn und Umgebung geben, statt wie bisher am Morgen des Gumpigen Donnerstags. Alle Feiernden sollen die gleiche Musik hören, die Stände keine eigenen Anlagen mehr haben: „Dann gibt es keine Gruppenbildung“, erklärte Cusumano. Auf dem Hauptplatz werde es einen DJ geben. Davon verspricht sich Cusumano ein größeres Publikum.
Sei die Veranstaltung ein Erfolg, werde sein Unternehmen ein zweites Standbein aufbauen: „Als reiner Sicherheitsdienst ist es schwierig, seine Plätze zu verteidigen.“ Cusumano optimistisch: „Das wird richtig genial.“
 


Quelle
Scroll to Top