Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen bei Konzerten: Gerechtfertigt oder nicht?



Die Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen bei Konzerten, Festivals und größeren Veranstaltungen allgemein ist in den letzten Jahren immer häufiger Thema geworden. Wir geben einen Überblick und wollen eure Einschätzung erfahren.

Rucksäcke auf Konzerten waren noch nie gerne gesehen, aber spätestens als letztes Jahr ein Selbstmordattentäter versucht hat, einen mit Sprengstoff gefüllten Rucksack auf ein kleines Openair-Gelände in Franken zu bekommen (dpa-Bericht über Ansbach ein Jahr danach), wurden die Sicherheitsmaßnahmen Stück für Stück immer mehr verschärft und Rucksäcke auf vielen Konzerten komplett verboten.

Verschärfte Regeln

Seit dem Terroranschlag in Manchester nach einem Konzert von Ariana Grande, bei dem tragischerweise auch Kinder ums Leben kamen, arbeiten die Veranstalter und Konzertagenturen an wesentlich strengeren Sicherheitskonzepten. Zum Rucksackverbot kam bei einigen Großkonzerten auch ein Verbot von Taschen hinzu, die größer als DIN A 5 sind, ein Verbot von Helmen, Hosenketten, E-Zigaretten und auch Nietengürteln. Dinge, die schon immer verboten waren wie z.B. Kameras, Selfie-Sticks, Schirme usw. werden jetzt auch in das Sicherheitskonzept gepackt.

Aber auch die einfachen Turnbeutel, die aktuell auf vielen Rücken hängen sind verboten und durften sogar bei einem großen Festival in Deutschland zwar auf dem Gelände gekauft, aber am nächsten Tag leider nicht mehr mitgebracht werden. Andere Festivals erlauben wenigstens, die selbst verkauften Turnbeutel wieder mit auf das Gelände zu nehmen – aber nur aktuelle Exemplare des jeweiligen Jahres.

Kaum einheitliche Regelungen

Die Verwirrung ist jetzt natürlich bei vielen Musikfans groß. Vor allem, da es bei einigen Großkonzerten in Deutschland die Probleme gab, dass offensichtlich nicht jeder Mitarbeiter am Eingang wusste, was nun erlaubt ist und was nicht?

Hier hinge es dann vom Zufall ab, an welchen Einlassmitarbeiter man gerät, was erlaubt wurde und was nicht. Besucher mit Taschen, die abgewiesen wurden, wussten am Ende nicht, wo sie ihr Hab und Gut unterbringen sollten. Schließfächer waren entweder nicht vorhanden, meist kostenpflichtig und viel zu oft waren schlicht und einfach zu wenige Schließfächer vorhanden (hier als Beispiel die Möglichkeit, ein Schließfach beim M'era Luna zu mieten).

Veranstalter raten, nicht mehr als Portemonnaie, Schlüssel, Medikamente (wenn nötig), Hygieneartikel und Handy mitzunehmen. Dies passt auch alles in Gürteltaschen oder Kosmetiktaschen, die bei vielen Konzerten noch erlaubt sind.

Sicherheit ist natürlich wichtig und sehr viele Fans halten sich auch an die Vorschriften und nehmen es in Kauf, einfach mal nur das Nötigste mit auf ein Konzert zu nehmen. Aber viele sind auch verunsichert oder genervt, weil keine einheitliche Regelung besteht – teilweise noch nicht einmal vor Ort – oder weil es keine Möglichkeit gibt, den Rucksack oder die Tasche im Notfall einzuschließen oder abzugeben.

Mit länger andauernden Kontrollen haben sich die meisten abgefunden und neuerdings hat ein Festival in Deutschland eine Lösung für das Problem gefunden, mit der man gut leben kann: Zwei verschiedene Eingänge. Einen für kleine Taschen mit einer schnellen Kontrolle und einen für Besucher mit Rucksäcken und großen Taschen, die sich eben auf eine gründlichere Kontrolle einstellen müssen, die auch länger dauert.


Quelle
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