Ärger nach dem Gumpigen: Party-Veranstalter droht Jugendlichen mit Klage



Trotz des Besucherrückgangs war die Faschingsparty am Gumpigen in Weißenhorn für den Veranstalter ein Erfolg. Kritik weist er verärgert zurück.

Gumpiger Donnerstag in Weißenhorn
Wie geht es weiter mit der großen Faschingsparty am Gumpigen Donnerstag in Weißenhorn? Die Zukunft des Open-Air-Fests, das in den vergangenen Jahren wegen Schlägereien und betrunkenen Jugendlichen Schlagzeilen gemacht hatte, ist ungewiss. In diesem Jahr wurde die Party erstmals nicht von der Stadt, sondern von einer Privatfirma organisiert – Top-Secret aus Neu-Ulm. Dessen Sprecher Marco Cusumano wollte sich gestern nicht darauf festlegen, ob sich das Sicherheitsunternehmen auch 2014 in Weißenhorn engagiert. „Vorstellen können wir uns das schon“, sagte Cusumano. „Zunächst aber wollen wir mit der Stadt sprechen.“

Top Secret hatte die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft. Jugendliche mussten diesmal draußen bleiben. Die Kritik von Jugendlichen, die in den sozialen Netzwerken im Internet ihren Ärger über ihren Ausschluss Luft gemacht hatten, wies Cusumano energisch zurück. „Die Negativ-Propaganda“ habe dem Fest geschadet, Besucher gekostet. 3000 Narren haben am vergangenen Donnerstag die Party in der Altstadt besucht. In den Vorjahren waren es jeweils doppelt so viele. „Wir sind dennoch zufrieden“, sagte der Top-Secret Sprecher. Der heftige Schneefall habe zudem viele Narren abgeschreckt.

Die Kommentare auf Facebook haben dem Party-Veranstalter nicht gefallen und für Ärger gesorgt. „Da waren einige Beleidigungen dabei“, sagt Marco Cusumano. Das Unternehmen erwäge deshalb rechtliche Schritte gegen einige Kritiker. „Wir werden das prüfen lassen.“ Die Entscheidung, ausschließlich Erwachsene mitfeiern zu lassen, hält Cusumano nach wie vor für richtig. Schließlich habe die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes Vorrang. „Wir mussten uns und die Barbetreiber schützen.“ Für den Unternehmenssprecher ist klar: Sollte Top-Secret 2014 die Party am Gumpigen organisieren, bleiben Narren unter 18 Jahren erneut außen vor.

Günther Findler, der Sprecher der größten Weißenhorner Faschingsvereinigung IWF, hält die Vorsichtsmaßnahmen des neuen Veranstalters für alternativlos. Immerhin hätte Top Secret dafür haften müssen, wenn gegen den Jugendschutz verstoßen worden wäre, Besucher zu Schaden gekommen wären. Bürgermeister Wolfgang Fendt war gestern, am Tag des Rathaussturms, nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Vor dem Gumpigen hatte er Top Secret unterstützt: „Eine solche Veranstaltung ist offenbar in der heutigen Zeit nicht mehr anders durchzuführen.“


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